Die Geschichte meiner SD - OP

 

Herzlich willkommen, lieber Besucher meiner Internetseite,

 

hier könnt Ihr meine kleine Geschichte der Schilddrüsenoperation nachlesen. 

Nachdem ich den ersten OP-Termin in meinem Wohnort abgesagte hatte (der Arzt hatte mir beim Vorgespräch Angst gemacht), nahm ich einen erneuten Anlauf über meinem Hausarzt und machte ich mich dann im Juli auf den Weg in eine Uniklinik in einem anderen Bundesland. Je näher ich dem Ort kam um so mehr mäßigte sich  meine Fahrgeschwindigkeit. Nach einer Fahrt von 2 Stunden kam ich dann doch in der Uni-Klinik an. 

Ich wollte die Vorgeschichte nur der Vollständigkeit halber mit erwähnen.

Am ersten Tag erwarteten mich eine Reihe von Untersuchungen, die zur Feststellung meiner OP-Tauglichkeit dienten. Neben der Blutentnahme und einer genauen Untersuchung mittels Ultraschall musste ich abends 19.30 Uhr auch noch zur Herzuntersuchung in die Notaufnahme. Aber es war alles im "grünen Bereich". 

Am zweiten Tag war es dann so weit. Nach Einnahme einer Beruhigungstablette bekam ich noch ganz "sexy" Thrombosestrümpfe verpasst. Gegen 9.30 Uhr wurde ich in den Vorbereitungsraum gefahren und 11.45 Uhr begann die OP. Nach 4 Stunden im OP ging es dann wieder zurück in den Aufwachraum. Gegen 17.30 Uhr, also 1 1/2 Stunden später, kam ich wieder zu mir. Da ich sehr langsam aufgeweckt bin - ich nenne es hier mal aufwecken, obwohl ich der Meinung bin, dass ich wieder zurück auf diese Welt gekommen bin - spürte ich eine Leere in mir. Eine Leere, wie ein  leerer Raum, wo ich mich zur Zeit der OP (Narkose) befunden habe. Bis heute kann ich mir dieses Phänomen nicht erklären und schon gar nicht verstehen. Ich möchte noch nebenbei erwähnen das der leere Raum keine Wände hatte und mit einem Licht, erleuchtet war, das wir hier auf Erden nicht kennen. Ich kann das Licht aber auch nicht beschreiben, da es dafür nicht die richtigen Worte gibt. Jedenfalls habe ich beim Erwachen erst einmal kräftig gespuckt, da ich im Mund etwas verspürte, was da nicht hingehörte. Es stellte sich heraus, dass es ein Zahn war, der ausgebrochen ist und mir nun eine prachtvolle Lücke im Gebiss hinterlassen hat. Weiterhin hatte ich starke Schmerzen im Nackenbereich und die rechte Schulter tat mir so weh, als wäre mein Arm ausgekugelt, was aber nicht der Fall war. Im Steißbereich verspürte ich noch einen sehr starken stechenden Schmerz. Waren die genannten Schmerzen eine Folge der OP, oder ist da etwas anderes während der OP passiert? Als ich später dann eine Aufklärung verlangte, gab man mir zu verstehen, es wären die Folgen der OP gewesen, was ich aber nicht glaube. Ich werde es wohl nie erfahren. Ich möchte aber auch nicht ganz unerwähnt lassen, dass meine Gesichtsfarbe Weiß war und ich so geschwitzt habe, als würde ein kleiner Bach aus meinem Kopf und meinem Körper fließen. Aber davon bekam ich nichts viel mit, weil ich wieder einschlief. Als ich wieder erwachte stand eine Ärztin neben mir. Sie war der Meinung ich sollte nun endlich mal pullern und reichte mir zu diesem Zweck eine sogenannte Ente, da  ja während der OP ca. 5 Liter Flüssigkeit in mich reingepumpt wurden. Und die sollten nun auf Kommando wieder raus. Wer kann schon auf Kommando Wasser lassen, den möchte ich mal sehen. Also bekam ich einen Katheter, weil die Ärztin sehen wollte, ob meine Nieren wieder anspringen. Heute noch rätsle ich herum, ob das wirklich nötig war. Jetzt erst, nachdem dies geschehen war, bekam ich mit, dass unterhalb des Halses drei Drainageschläuche gelegt waren, die in 3 Röhrchen führten an deren Ende 3 Beutel hingen, indem sich eine hellrote Flüssigkeit (Wundwasser)  angesammelt hatte. Gegen 21.15 Uhr wurde ich dann, immer noch stark schwitzend, in den Überwachungsraum gefahren.

Am dritten Tag wachte ich nach einer sehr unruhigen Nacht gegen 6.30 Uhr auf. Als erstes wurde mir der Katheter entfernt und dann sollte ich gleich aufstehen. Das ging aber nicht so einfach. Ich schaffte es noch nicht mal, die Sitzhaltung im Bett einzunehmen. Hier wurde mir aber sofort vom Pfleger geholfen. Doch es sollte nicht sein, mir wurde es drehend und ich fiel wieder um. Nach einem weiteren Versuch saß ich erst mal 5 Minuten im Bett, bevor ich dann aufstehen musste. Mit etwas Hilfe gelang es mir auch und ich bewegte mich unter Führung des Pflegers zum Waschbecken (ca. 5m). Dort angekommen musste ich mich erst mal setzen und bekam einen Waschlappen zum frisch machen in die Hand gedrückt. Zurück ging es schon ganz von alleine. Ihr müsst euch das so vorstellen, wie in dem Film "Die reitenden Leichen". So etwa haben meine ersten Gehversuche ausgesehen. Hier sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass bei meinem ersten Gehversuch, sich die Farbe von Kalkweiß wieder  in eine freundliche Gesichtsfarbe änderte. Währenddessen kam aber auch schon die Visite, mit der Bemerkung, heute geht es wieder auf Station. Darauf erwiderte ich: Immer nur mit der Ruhe. Mit diesen Worten konnte ich  dem Ärzteteam ein kleines Lächeln abgewinnen. Die Oberärztin fragte mich, ob ich ein leichte Kribbeln in den Fingern habe. Das hatte ich. Und so bekam ich auch gleich eine Tablette die so groß wie ein Bonbon war. Kurze Zeit später war auch schon das Kribbeln in den Finger und in den Zehen weg. Gegen 10.30 Uhr kam ich dann wieder auf Station.

Hier wurde mir dann nach einer halben Stunde gesagt, ich müsste in Quarantäne, weil ich über Nacht in der Überwachungsstation mit einem Mann gelegen habe der einen Keim in sich hatte, der die Wundheilung negativ beeinflusst. Also ging es jetzt erst mal in Einzelhaft. Hier wurde mir an 3 verschiedenen Tagen ein Abstrich von meiner Nasen- und Mundschleimhaut gemacht. Am 5. Tagen konnte ich mich dann wieder frei bewegen, weil alle 3 Proben negativ waren. Es war schon komisch, jeder der in mein kleines Zimmer kam, von der Putzfrau bis hin zum Arzt, kam mit einem Mundschutz daher. Ihr könnt mir glauben die 5 Tage waren die schlimmsten während meines Aufenthaltes in der Uniklinik. Am selben Tag wurde mir dann noch mal Blut genommen. Die Fäden wurden mir am nächsten Tag gezogen und auch eine  Kehlkopfspiegelung bekam ich dann noch verpasst, was ohne Komplikationen verlief. Am nächsten Tag war es dann endlich so weit, ich konnte nach 1 1/2 Wochen wieder nach Hause.

Zwei Tage zu Hause und da war es wieder, dieses Kribbeln in den Fingern und in den Zehen. Seitdem nehme ich Tachystin ein, erst eine Kapsel und jetzt zwei am Tag. Die Erhöhung auf zwei war notwendig, so mein Arzt, weil mein Kalziumspiegel bei der letzten Blutentnahme nur 3,61 betrug, er müsste aber über 4 sein. Ich bin mir aber nicht sicher ob das die richtigen Kapseln sind. Weiterhin bekomm ich L-Thyroxin 200 µg Levothyroxin-Natrium. Angefangen habe ich mit 150, dann waren es 175 und jetzt sind es bereits 200 µg. Seitdem fühle ich mich etwas besser, meine Leistungsfähigkeit ist gestiegen. Vielleicht pendelt sich der Körper bei dieser Menge langsam ein. Dann tritt ab und zu mal noch dieses Schnürgefühl ein. Ihr müsst euch das so vorstellen, als hätte man einen Kloß im Hals. Nachts wach ich immer wieder auf und da habe ich wieder dieses Gefühl der Leere, das Gefühl von einem leeren Raum, so wie nach der OP, so wie oben beschrieben. Aber so richtig einschlafen kann ich danach nicht, mir gehen immer noch die Erlebnisse durch den Kopf. Mich beschäftigt unter anderem ob die Geschwulst gut- oder bösartig gewesen ist. Leider ist dazu noch kein Abschlussbericht von der Uni-Klinik bei meinem Arzt eingegangen. Vielleicht finde ich dann meine innerliche Ruhe wieder wenn sich die Dinge aufgeklärt haben. Ich bin da mal gespannt, wie das mit mir weitergeht, ob man die Werte richtig einstellen kann und wie sich mein Kalziumspiegel einpendelt.

 

PS: Ich möchte an dieser Stelle noch auf das Urheberrecht verweisen, wer die Seite in seiner HP als Link bringen möchte, der sollte sich mit mir in Verbindung setzen. In der Regel hab ich nichts dagegen, ich möchte nur darüber Bescheid wissen, was mit meiner Seite so alles passiert.