 |
Der Morgen begann mit schönstem Sonnenschein und mit
Traktorengeräuschen. Der Traktor brachte einen Hänger voller
Landarbeiter zum Rübenhacken. Die Leute staunten nicht schlecht, als sie
uns sahen und über die Tatsache, daß wir als Familie mit den
Rädern in Polen unterwegs sind. Mit einem älteren Mann, der etwas
Deutsch konnte, kamen wir auch ins Gespräch. Irgendwann kurz nach Elf waren
wir dann starklar und nach ein zwei Kilometern hörte die hügelige
Landschaft durch die wir bisher gefahren waren auf und wir befanden uns im
Odertal, an dieser Stelle flach wie ein Tisch. |
| Zehn Kilometer nach dem Tagesstart kamen wir bei Cisek endlich an die Oder.
Einen Oderradweg, so wie es ihn in Deutschland vielleicht geben würde,
fanden wir allerdings nicht vor. Wir haben uns möglichst kleine
Straßen in Odernähe als Route ausgesucht und es soweit es ging
vermieden, Fernverkehrsstraßen zu benutzen. Dabei sind wir durch viele
schöne Dörfer gekommen. Und entgegen allen deutschen Vorurteilen, die
wir sowieso nicht teilen, war es überall sehr gepflegt, sauber und
aufgeräumt. |
 |
| Weiter ging es dann über Kozle Richtung Raszowa, über Lesnice und
dann über die höchste Erhebung der Gegend den Annaberg, einen 410 m
hohen Basaltkegel, ein für Polen und Deutsche
gleichermaßen geschichtsträchtiger Berg in Oberschlesien. Es war
ziemlich warm und so kamen wir recht schweißgebadet oben an.Die Abfahrt führte uns dann schon in Richtung Jesero
Turawska, den wir an diesem Tag aber nicht mehr erreichten. An einem kleinen
Waldstück bei Kalinow haben wir uns niedergelassen. Nach dem Lieblingsessen
dieser Radtour: Tütensuppe mit vielen Fleischpiroggen darin, haben wir
diesen Abend geruhsam ausklingen lassen. |