Linux auf einem Laptop Mitac 5031
Ein Erfahrungsbericht
Mein nicht mehr ganz junges Laptop Mitac 5031 habe ich Anfang 2003
auf Linux umgestellt.
Hier die Daten des Laptops:
- Pentium I mit 200 MHz und 96 MB Arbeitsspeicher
- 13.3" Farb- LCD- Display, XGA TFT 1024x768 Auflösung
- PCI VGA Controller mit 4 MB EDO 64-bit Videospeicher
- 2,1 GB Hard disk drive
- Parallel- Serial- und USB- Anschluß, PC Card Steckplätze
- 16 bit stereo 3D surround sound
- Lithium Ionen Accu
Soweit die Beschreibung, wie ich sie im Handbuch gefunden habe.
Da ich auf meinem «großen Rechner», einem Amd K6II mit 500 MHz,
problemlos SuSE Linux 8.2 installieren konnte, erwartete ich keine Probleme bei der
Installation auf dem Laptop.
Leider ging es doch nicht ganz so einfach. Und so
richtig zu Ende ist die Geschichte auch noch nicht, da ich den Sound noch nicht zum
Laufen gebracht habe. Aber der Reihe nach.
Daß ich auf einem doch etwas betagten Rechner nicht so ein ressourcenfressenden System
errichten konnte, war mir von vornherein klar. KDE und Gnome verbrauchen ja nicht nur
viel Systemressourcen, sondern auch einiges an Festplattenplatz. Und bei 2,1 Gigabyte
ist da nicht wirklich viel Spielraum. Es war also von vornherein klar, daß ich nur ein
minimales grafisches System installieren konnte. Bei den Anwendungen hab ich mich auch
auf Wesentliches konzentriert.
Die Installation verlief auch am Anfang recht problemlos. Die Festplatte in zwei
Partitionen einzuteilen, ist ja im Installationsprogramm von SuSE nicht sehr schwer.
Ich habe eine Homepartition von knapp 264 MB und eine Rootpartition von 1,6 GB eingerichtet.
Erst bei der Einstellung der Graphiktreiber gab es ein Problem. Die Hardware wurde zwar
erkannt, auch der richtige Treiber: von trident wurde installiert: TGUI 9660/968x/968x
aber schon beim Testen der Einstellung war zu bemerken, daß etwas nicht stimmte.
Und ärgerlicherweise bekam ich nicht raus was.
Es sah Alles so merkwürdig konturlos aus, nicht eigentlich unscharf, denn Bilder konnten
problemlos angezeigt werden. Das Erste war immer, daß beim Starten des X-Servers nicht
dieses schwarz-weiße Muster am Anfang kam. Alle Programmfenster hatten keine richtigen
Konturen und wenn ich etwas markierte, z.b. in einem Öffnen- Dialog, war die
markierte Zeile nicht mehr zu lesen. Alle Versuche, durch Änderung der Einstellungen
etwas zu erreichen, brachten keinen Erfolg. Ich versuchte andere Treiber von Trident,
andere Einstellungen in Farbtiefe und Auflösung, nichts änderte sich. Selbst ein
Versuch mit Knoppix 3.1 brachte keine hundertprozentig zufriedenstellende Lösung.
Mich aber auf die Idee, es mit Debian Woody zu probieren. Leider gab es auch hier das
selbe Problem, nachdem ich mich durch die ungewohnt mühsame Installation gekämpft
hatte. Also hab ich SuSE wieder aufgespielt, damit kam ich einfach besser zurecht. ;-)
Nachdem ich das Problem eine Weile vor mir hergeschoben hatte, beschloß ich, mir
Hilfe zu suchen und hab mich in der Mailingliste der Leipziger Linux User eingetragen.
Nachdem ich eine Weile mitgelesen hatte, brachte ich mein Problem vor. Nachdem es
ferndiagnostisch leider zu keiner Lösung kam, habe ich das Laptop dann zum Linux User
Stammtisch getragen. Dort ist nach einer Weile dann endlich die Lösung gefunden worden.
Zusätzlich erschwert wurde das Ganze allerdings durch die etwas undurchsichtige Art
des Ablegens der X86Config- Datei unter SuSE.
Aber hier die entscheidende Stelle in der X86Config, die wir geändert haben:
| section "Device" |
| BoardName | "TGUI 9669/968x/968x" |
| Bus ID | "0:2:0" |
| Driver | "trident" |
| Screen | 0 |
| VendorName | "Trident" |
| Option | "NoAccel" "on" |
Das Wichtige ist das Hinzufügen der Zeile Option "NoAccel" "on" Damit wird
die Grafikbeschleunigung abgeschaltet. Nachdem dann noch die XF86Config nicht nur in /etc/X11/
sondern auch in /var/cache/sax/files/ geändert hatten, startete der Xserver mit
dem normalen schwarz/weiß- Muster. Und siehe da, alle Konturen und Alles wurde richtig
dargestellt.
Das bedeutete, daß ich nun endlich wirklich ordentlich mit dem Laptop arbeiten kann. Ich benutze es vorallem
zum Schreiben von HTML- Quellcode, zum Lesen von PDF- files und zum Schreiben von Texten und erstellen von
Tabellen. Die Programme, die ich dafür nutze, sind Open Office, der Editor Eddi und zum Betrachten von Grafiken
das kleine schnelle Programm Xzgv. Die Window Manager, mit denen ich arbeite, sind fvwm2 für Adminsachen und XFCE 4.0 zum Arbeiten.
Nun funktioniert das System jedenfalls gut, bis auf den Sound. Aber da hab ich Hoffnung, das noch richtig
hinzubekommen. Mit Knoppix funktioniert der Sound jedenfalls. Wenn ich mal richtig Lust habe, werde ich die Lösung
dieser Sache angehen, dann gibt es hier Bericht.
Sabine Beyer, Leipzig, am 2. Februar 2004