NACHRICHTEN  &  AKTIVITÄTEN

 
 
 

 

 

WIR TRAUERN UM UNSER MITGLIED HANS HÜTTEN

 

In großer Trauer müssen wir mitteilen, dass am 20. Oktober 2018 unser Mitglied, der Komponist,

Arrangeur, Orchester- und Chorleiter und verdienstvolle

Musiker HANS HÜTTEN, verstorben ist.

Im Musikleben der Stadt Cottbus und der gesamten Lausitz sind seine

Werke wichtiger Bestandteil vieler Konzertprogramme. Seine Kompositionen werden

mit großem Erfolg im In- und Ausland gespielt, waren in Wettbewerben Pflichtstücke,

sind in mehreren Verlagen erschienen und im Repertoire vieler Orchester, Vokal- und Instrumentalsolisten

sowie Chor- und Kammermusikensembles zu finden.

 

Hans Hütten wurde für seine besonderen Verdienste um das Musikschaffen

die EHRENMEDAILLE DER STADT COTTBUS verliehen.

 

                                             Das jährliche Musikfestival "Cottbuser Musikherbst" wird sein Werk

                                          in Ehren und in Erinnerung behalten

 

 


 

45. COTTBUSER MUSIKHERBST

Ein Resümee

Der „45. Cottbuser Musikherbst“ vom 1. Oktober bis 18. November dieses Jahres mit Veranstaltungen in Cottbus, Madlow, Sergen, Burg (Spreewald), Großräschen, Calau und Senftenberg vermittelte auch in diesem Jahr wieder einen profunden Überblick über das Schaffen deutscher und sorbischer Komponisten der Region. Solisten und Ensembles, vornehmlich aus der Lausitz, haben neben Werken der Musikgeschichte insgesamt elf Kompositionen zur Ur- oder Erstaufführung gebracht. Die Veranstaltungen wurden insgesamt von 1.165 Musikfreunden besucht. Damit konnte eine Auslastung von mehr als 86 % erreicht werden.

Bereits im Eröffnungskonzert mit dem Posaunenquartett „Tagesform“ (Torsten Donath, Maik Fraedrich, Guido König, Frank Knispel) im Cottbuser Piccolo-Theater erfreuten die Uraufführungen des am 20. Oktober dieses Jahres verstorbenen Cottbusers Hans Hütten „Die gute Lehre für die verlorenen Söhne“ für Bariton (Christian Otto) und Blechbläser nach einem Text von Francoix Villon und das heitere Posaunenquartett „Bürgermeisters Töchterlein“ des sorbischen Komponisten Jan Cyž das Publikum. Weitere Werke Lausitzer Komponisten erklangen in Konzerten des „Solistenensembles Cottbus“ (Konstanze Schröder, Sarah Smith, Martin Funk, Jacopo Cristiani): von Jan Cyž  wurde das Solo für Fagott „Gedanken über…“ uraufgeführt sowie Reprisen von Frank Petzold („Three For Two“), Hans Hütten („Petit moment“, „KoSar“, Tango Carola) und Bernd Weinreich („Ostinato und Choral“, op. 73). Als Gastensemble haben in der Dorfkapelle Sergen der Volkschor Cottbus unter der Leitung des Countertenors David Vogel, in Großräschen das Landesjugendblasorchester Brandenburg (Leitung: LMD Endrik Salewski) und in der Stadthalle Calau das Blasorchester Cottbus (Leitung: Markus Witzsche) das Veranstaltungsangebot des Musikfestes ergänzt. Dabei standen u.a. die Uraufführungen „Passacaglia“ von Frank Petzold und „Charleston“ von Hans Hütten auf dem Programm. Das „Lausitzer Hornquartett“ (Stephan Gümbel, Dörte Schröter, Micha Hänel, Manfred Dippmann) hat die traditionelle Reihe der Konzerte in der Ev. Kirche Burg (Spreewald) fortgesetzt. Neben konzertanter Musik für Bläser aus vier Jahrhunderten erklangen Werke von Hans Hütten und des Potsdamer Komponisten Gisbert Näther.

Auch in diesem Jahr fanden wieder Konzerte für Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren, gestaltet von Konstanze Schröder (Sprecherin/Violine) und Sarah Smith (Akkordeon), statt. Aufgeführt wurde das musikalische Märchen "Rumpelstilzchen" (Text: Konstanze Schröder, frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm) mit der Musik von Hans Hütten. Im 7. Kammermusikabend der Reihe „Klassik – Romantik – Moderne“ mit der Pianistin Haiqi Lan und dem „Armonia Quartett Cottbus“ (Jana und Uwe Jannaschk, Anja und Dan-Constantin Velea) waren Kompositionen von Antonin Dvořák, Philip Glass, Fryderyk Chopin, Bernd Weinreich und des im Mai verstorbenen sorbischen Komponisten Detlef Kobjela zu hören. Im Konzert der ausländischen Studierenden des Studienganges Instrumental- und Gesangspädagogik der BTU Cottbus-Senftenberg in der Reihe „Der musikalische Dienstag“ interpretierten Laura Adler (Klarinette) und die Sopranistin Lara Kobjela, Enkelin des Komponisten, begleitet von Haiqi Lan und Xi Lin (Klavier) sowie Ines Lineares Dümchen (Violoncello) ebenfalls Werke des Bautzeners. Daneben erklangen auch eigene Kompostionen der zukünftigen Musikpädagogen.

Ein besonderer Höhepunkt war die erfolgreiche Uraufführung des „Concertino für Klarinette und Streichorchester“ des sorbischen Komponisten Ulrich Pogoda im Abschlusskonzert des diesjährigen Musikherbstes im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst Cottbus. Der polnische Klarinettenvirtuose Jarosław Podsiadlik, begleitet vom „Akademischen Orchester“ der Cottbuser Universität unter Leitung von Krzystof Switalski, hinterließ mit seiner Interpretation dieses zweisätzigen Werkes einen nachhaltigen Eindruck beim Publikum. Kompositionen von Detlef Kobjela, Hans Hütten und Bernd Weinreich ergänzten das Programm Lausitzer Komponisten dieses gelungenen Konzertabends.

                

Foto links: Im 7. Konzert der Reihe "Klassik - Romantik - Moderne" am 20. Oktober 2018 im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst stellten die Pianistin Haiqi Lan (Mitte) und das Armonia Quartett Cottbus mit Uwe und Jana Jannaschk und Anja und Dan-Constantin Velea (v.l.n.r.) Werke von Philipp Glass, Bernd Weinreich, Detlef Kobjela, Fryderyk Chopin, Hans Hütten und Antonin Dvořák vor                      (Foto: Dr. Cornelia Weinreich)    

                                                             

Foto rechts: Das Blasorchester Cottbus (Leitung: Markus Witzsche) gab am 11. November 2018 in der Stadthalle Calau ein eindrucksvolles Konzert

unter dem Motto: "Konzertante Bläserklänge - klassisch & modern"                                                                                   (Foto: Bernd Weinreich)        

                                                                                                                                                                        

        

 

 

Im Abschlusskonzert des

45. Cottbuser Musikherbst

erlebte das "Concertino für Klarinette

und Streichorchester" von

Ulrich Pogoda mit dem polnischen Solisten Jarosław Podsiadlik und dem "Collegium musicum" unter der Leitung von Krzystof Switalski seine erfolgreiche Uraufführung

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In der Reihe "Konzerte für Vorschulkinder" führten Konstanze Schröder (Violine) und Sarah Smith (Akkordeon) das musikalische Märchen "Rumpelstilzchen" - Musik Hans Hütten - in Kindergärten in Groß Gaglow und Branitz auf

Fotos: Bernd Weinreich

 

 


DER COTTBUSER MUSIKHERBST ist deutschlandweit das einzige überregionale Festival, in dem deutsche und sorbische Musik im Mittelpunkt stehen. 1966 als Musikfest des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler im damaligen Bezirk Cottbus gegründet, konnte es sehr bald eine große Ausstrahlung erreichen, wurde zum Podium der in der Lausitz ansässigen Komponisten und Interpreten und setzte maßgebliche Akzente im Musikschaffen der Region. In den Folgejahren trugen Aufträge an deutsche und sorbische Komponisten dazu bei, dem Cottbuser Musikherbst das Profil des wichtigsten zeitgenössischen Musikfestivals zu geben. Im Zeitraum von ungefähr sechs Wochen, immer am 1. Oktober, dem „Weltmusiktag“, beginnend, wurden bis zu 70 Konzerte und andere Veranstaltungen, Komponistenporträts, Opernabende und Konzerte für das Vorschulalter organisiert.

Unter der Intendanz des Cottbuser Komponisten und Musikwissenschaftlers Bernd Weinreich hat sich der Cottbuser Musikherbst in den letzten zehn Jahren zu einem wichtigen Ereignis im Kulturkalender der Region entwickelt. Für die deutschen und sorbischen Komponisten und Interpreten sind die jährlichen Konzerte im Rahmen dieses Festivals zum Höhepunkt ihres Bemühens geworden, interessierten Musikfreunden Einblick in das Musikschaffen unserer Zeit zu geben. Für die Durchführung des Musikfestes, das der Verein „Cottbuser Musikherbst“ neben anderen Projekten konzipiert und betreut, ergaben sich im für 2017 einige Änderungen, die vornehmlich Planung und Organisation betreffen. Mit Übernahme der Intendanz durch Prof. Dr.-Ing. Martin Neumann gingen aber keinerlei konzeptionelle und inhaltliche Veränderungen einher. Damit bleibt der Cottbuser Musikherbst auch weiterhin ein bedeutendes überregionales Festival zeitgenössischer Musik deutscher und sorbischer Komponisten und Interpreten.

Bernd Weinreich

Vorsitzender des Vereins

„Cottbuser Musikherbst“ e.V.

 
 

 


    

Wir danken allen Förderern, Sponsoren und Spendern für die finanzielle Unterstützung unseres Musikfestes ganz herzlich!